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Prähistorischer Lehrpfad im Giersfeld



Fast 2000 Jahre, vom Ausgang der Steinzeit, während der Bronzezeit und älteren Eisenzeit bis um Christi Geburt, wurden in Norddeutschland Grabhügel errichtet. Äußerlich unterscheiden sie sich nur in den Ausmaßen voneinander. Sorgfältige Ausgrabungen durch Archäologen zeigen jedoch eine Fülle verschiedener Bestattungssitten, unterschiedlich auch nach Alter und Landschaft.

Der Rundwanderweg führt den Besucher zu einer Gruppe urgeschichtlicher Denkmäler, die in dieser Geschlossenheit nur an wenigen Stellen in Norddeutschland zu finden sind.

Besonders bemerkenswert ist die Gruppierung der Steingräber auch Megalithgräber genannt - die uns zeigen, dass es bereits in der jüngeren Steinzeit also vor etwa 4000 Jahren, größere Siedlungseinheiten gegeben hat. Von ihnen errichteten Teilgruppen, vermutlich Familien oder Sippen, jeweils eine Steingruft, die darin mehrere Generationen hindurch als Begräbnisplatz diente.

Die Erbauer der Steingräber sind die erste eindeutig sesshafte Bevölkerung, die bereits eine überwiegend bäuerliche Wirtschaft betrieb. Man kannte den Anbau mehrerer Getreidearten und Gemüsepflanzen und hielt bereits die Mehrzahl der heute üblichen Haustiere.

Der uns heute rätselhaft erscheinende Bau der Gräber aus teilweise künstlich gespaltenen und oft gewaltigen Steinen zeigt uns ein hohes Maß handwerklicher Fertigkeiten, aber auch die starke Bezogenheit des urgeschichtlichen Menschen auf das Jenseits. Ursprünglich enthielten die Steingräber geschlossene Kammern, in die ein Gang hineinführte. Dabei waren die Zwischenräume zwischen den großen Findlingen mit kleineren Steinen ausgefüllt und das Ganze von einem Erdhügel überwölbt. Zerstörungen der letzten Jahrhunderte haben diese Denkmäler in Ruinen verwandelt, die freilich immer noch eindrucksvoll genug sind.

Am Ende der jüngeren Steinzeit kommt eine neue Bestattungssitte auf, nach der die Toten in oder unter runden Erdhügeln begraben wurden. Diese Hügelgräber liegen oft in unmittelbarer Nähe der Steingräber und lassen eine Fortsetzung der alten Besiedlung vermuten. Verschiedentlich lehnen sich aber auch erst nach Jahrhunderten neue Friedhöfe an alte Grabanlagen an, ohne dass aus der Zwischenzeit die Anwesenheit von Menschen belegt ist.

Im öffentlichen Restaurant des Clubhauses des Golfplatzes ist eine ständige Megalithausstellung mit Fundstücken von Ausgrabungen im Giersfeld zu sehen.
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Rundgang dauert ungef. 1 Std

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